Autor: Wölfchen
(Remiel & Aurel)

Das schönste Fest, dass es nur geben kann: Frühlingsfest.
Es war einzigartig auf der Welt und jedes Jahr kamen die verschiedensten Menschen aus den unmöglichsten Ländern nach Rumänien um gemeinsam mit anderen zu feiern.
Genauso wie auch Aurel. 
Es war schon das 2. Mal, dass er bei diesem Fest dabei sein würde.
Das letzte Mal, war er mit seinen Großvater hier gewesen. Damals hatte er genau am Tag des Festes Geburtstag gehabt und es war einfach unvergesslich gewesen. Dieses Jahr würde er 18 werden, obwohl er eher wie ein 15 Jähriger aussah was ihn immer noch etwas ärgerte.
Gerade war er in seinem Hotel angekommen, dass eher einem Schloss, als einem normalen Hotel ähnelte. Was wollte er eigentlich? In einem fremden Land, gab es auch andere Sitten und er war nicht gerade abgeneigt gegen diese Unterkunft. Er war eher begeistert darüber gewesen, als er endlich angekommen war und das prachtvolle Gebäude sah.
Es lag etwas außerhalb der Stadt, von einem kleineren Wald umgeben und schön ruhig. Aurel liebte die Ruhe und hasste es umso mehr von jemand gestört zu werden. Einfach perfekt. Besser konnte es nicht kommen. Er war in einem wunderschönen alten Schloss untergebracht und in 2 Tagen, am Wochenende, würde das Fest sein.
>Einfach nur herrlich. <, seufzte Aurel noch mal bei blühenden Rosen am Wegesrand und ging mit seinem Koffer ins Schloss.
Als er in die Halle trat war er einfach nur sprachlos. Eine weite Treppe vor ihm die in die oberen Zimmer zu führen schien, eine anscheinend unendlich hohe Decke und erst dieser Boden. Beim genaueren Hinsehen konnte er sich sogar selbst auf dem Boden sehen, er konnte nur aus Spiegelglas bestehen, so konnte man ihn unmöglich poliert haben.
Je länger er sich hier umsah, desto mehr neues und wunderschönes viel ihm auf was ihn regelrecht strahlen ließ.
>Oh ja, dass wird ein schöner Urlaub. <, grinste er noch mal in sich hinein, als ihm auch schon eine Frau entgegen kam.
„Sie müssen Aurel sein. Herzlich Willkommen im Hotel Angelrose! Ich hoffe sie hatten eine schöne Anreise.“ Die Frau wirkte sehr nett und sprach erstklassig Deutsch.
Aurel war eher ein zurückhaltender Mensch, weshalb er ihr nur mit einem„Danke. Die Reise war etwas ermüdend gewesen.“, antwortete und hoffte, dass sie ihn so schnell wie möglich auf sein Zimmer bringen würde.
„ Na dann sollten sie sich etwas ausruhen. Ich zeig ihnen Mal ihr Zimmer, folgen sie mir bitte.“, somit ging sie auch gleich die Treppen hoch die Aurel so bewundert hatte, musste feststellen, dass diese anscheinend auch gespiegelt waren.
Sie gingen durch einen ziemlich langen Gang. Interessiert schaute er sich die Gemälde an. Mussten ziemlich alt sein, so wie die Personen gekleidet waren. Bei einem blieb er stehen. Saphirfarbene, leuchtende Augen schauten ihm entgegen. Sie schienen sich richtig in ihn zu bohren. >Wunderschön<, dachte Aurel und ging weiter, immer der Frau nach.
Sie blieben vor einer der großen Türen stehen. Genau wie alles andere hier, waren auch die Türen nicht sehr modern und es wäre ein leichtes für jeden Dieb die aufzubekommen – der einzige Makel, der ihm bis jetzt auffiel. Dass vergaß er auch ziemlich schnell, als die Tür von der Frau geöffnet wurde.
Das Zimmer war größer, als es man erwartet hätte. Es war RIESIG.GROß war gar kein Ausdruck. Sämtliche Möbel wirkten noch ziemlich altertümlich und trotzdem nagelneu. In diesem „Hotel“ achtete man wohl sehr darauf, dass es auch wie ein Schloss wirkte, jedenfalls erinnerte ihn hier nichts an ein schäbiges Hotel. Wie viel hatte sein Großvater eigentlich für sein Vergnügen ausgegeben?
>Es musste ein Vermögen gewesen sein, so luxuriös wie hier alles wirkt?< Mit immer größer werdenden Augen streifte er durch das ‚Hotelzimmer’ und mit jedem Detail mehr, leuchteten seine Augen weiter auf.
Die Frau lächelte. Sie war froh, dass es Aurel gefiel. „Ich lass sie dann mal lieber alleine. Das Bad ist gleich neben an. Ihr Bett ist schon fertig bezogen, wenn sie Lust haben können sie sich auch umschauen. Wenn sie durch die Treppe gehen, die sich an ihrem Balkon befindet, kommen sie in den Rosengarten. Unser ganzer Stolz. Ruhen sie sich gut aus. Um 7 gibt es Abendessen. Möchten sie hier essen oder im Esszimmer?“
Als die Frau einen Balkon und einem Rosengarten erwähnte musste er ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt haben.
„Wenn es keine Umstände macht, möchte ich heute gern hier essen.“ Dann achtete er auch nicht mehr auf die Frau und schaute sich weiterhin im Zimmer um, als sein Blick auf das Bett fiel.
Genauso wie das Zimmer war es riesig. Da hatte locker eine ganze Fußballmannschaft platz. Obwohl das wohl doch eine Übertreibung war.
Die Frau nickte nur kurz und machte sich dann mit einem „Rut euch aus“ auf den Weg, woraufhin Aurel auch gleich das Bett ausprobieren musste. Mit einem Hops schwang er sich auf das große, gemütlich einladende Bett.
Es war so schön weich, dass er auch gleich nach wenigen Augenblicken einschlief.

~){(*§*)}(~

Aurel war anscheinend erschöpfter, als er gedacht hatte, denn er erwachte erst, als jemand an die Tür klopfte.
Etwas verwirrt und noch schlaftrunken stand er nach kurzer Zeit auf und öffnete der Frau von vorhin.
„Haben sie gut geschlafen?“ Damit trat sie auch sogleich mit einem großen Tablett in sein Zimmer.
Der Blonde war währenddessen immer noch halb schlafend und rieb sich die Augen.
„Ich hab wohl den ganzen Tag verschlafen. Was soll ich bloß die Nacht über machen?“
Aber das konnte er sich noch später überlegen, er hatte es auch nicht wirklich ernst gemeint. Jetzt machte sich vorerst sein Magen bemerkbar.
„So spät sollten sie nicht unterwegs sein, man weiß ja nie wem man begegnet und das noch alleine. Einen guten Appetit wünsche ich.“ Nachdem der Tisch fertig gedeckt war, ging sie sogleich, sie hatte ja noch viel zu tun.
Hungrig begann Aurel zu essen. Das Brot war noch warm gewesen und die Erdbeermarmelade einfach nur köstlich, dazu noch ein heißer Tee und er war nach einer dritten Scheibe satt. Sonst aß er auch nicht viel, aber was er hier bekam war einfach fantastisch. Hier fühlte er sich wohl. Ein wunderschönes Zimmer mit einem herrlichen Blick in einen blühenden Rosengarten, Bedienung und gutes Essen. Wenn er sich so an Daheim erinnerte, wünschte er sich immer mehr für immer zu bleiben. Nirgendwo anders fühlte er sich so heimisch, als ob er einfach zu diesem Ort passte.
Das heiße Getränk genießend blickte er in den Garten hinaus. Eine warme Brise wehte in das Zimmer und brachte den Duft von Rosen mit sich.
>Vermissen würde ich hier ganz bestimmt nichts. <, scherzte er glücklich in Gedanken und räumte dann den Tisch ab. Morgen würde die Frau es schon wieder mitnehmen.
Eine halbe Stunde später war er damit fertig gewesen seine Sachen in dem Schrank zu verstauen um sich dann durch den Balkon in den Rosengarten zu begeben.
Ein Kiesweg führte ihn zu einem Brunnen in dem eine Statue eines Geflügelten stand.
Man konnte sich rund um den Brunnen niederlassen und am Rand des Weges vor den Rosenhecken standen Bänke.
Der Brunnenplatz war schön schattig da dieser von unzähligen Eichen verdeckt wurde und somit für eine noch schönere entspannte Stimmung sorgte.
Es gefiel ihm hier mehr als gut. Es war traumhaft. Verträumt drehte er sich abermals im Kreis und übersah den schwarzhaarigen Mann, der weiter weg an einer der Eichen vor sich hin träumte. Als er aber das fröhliche Lachen Aurels hörte, öffnete er seine saphirfarbenen Augen.
 So ausgelassen war er lange schon nicht mehr. Sich nochmals drehend, fiel er dann einfach ins Gras und genoss das Vogelgezwitscher und den warmen Sommerwind auf seiner Haut, schloss dann auch seine Augen, immer noch ein glückliches Lächeln auf den Lippen.
Der Schwarzhaarige hatte das alles aufmerksam verfolgt und musste auch leicht lächeln. So einen glücklichen Menschen hatte er lange schon nicht gesehen und noch dazu so einen hübschen Jungen. Geräuschlos näherte er sich dem Jüngeren um sich das schöne Gesicht von nahem zu betrachten.
>Bezaubernd<, dachte er nur, als er sich weiter zu dem Blonden runterbeugte.
Als hätte man ihm einen Engel vor die Füße gelegt. Dieses Wesen konnte doch kein Mensch sein. Ohne Aurel dabei zu berühren, fuhr er mit dem Finger die schmale Nase des Kleineren nach. An den Lippen angekommen, konnte er gar nicht anders und musterte zuerst die leicht geöffneten Lippen. So einladend, als wartete Aurel nur darauf von ihm geküsst zu werden.
Sich noch näher zu dem Blonden neigend konnte er feststellen, dass der Kleinere nach frischen Erdbeeren roch.
>Ob er auch nach Erdbeeren schmeckt? < Und ohne auch weiter noch nachzudenken, legte er seine Lippen federleicht auf die des Kleineren.
Als er die fremden Lippen spürte, riss Aurel erschrocken die Augen auf und schaute in das Gesicht des Schwarzhaarigen über ihm. Völlig verwirrt ohne klar denken zu können, stieß er instinktiv den Fremden von sich und kam rasch auf die Beine.
Noch immer etwas mitgenommen, versuchte er sich wieder zu fassen. Ihm schwirrte in diesem Moment nur eine Frage durch den Kopf: Wie um Himmelswillen hatte der Typ es geschafft so nah an ihn zu kommen, ohne das er es merkte? War er so in Gedanken versunken gewesen, dass er nichts mitbekommen hatte?
Der Schwarzhaarige war nun auch aufgestanden und sah den nun Verwirrten an.
>Weiß er eigentlich wie süß er ist, wenn er so verängstigt ist? < Der Blonde gefiel ihm und er lächelte leicht, als er jetzt erst bemerkte wie der Kleinere rot geworden war.
>Wie niedlich<, war das Einzige was ihm dazu einfiel.
Aurel war immer mulmiger geworden, als ihn der Fremde ansah und ihn dann auch noch anlächelte. Der Typ war ihm mehr als nur merkwürdig, er würde ganz sicherlich nicht wissen wollen was der Fremde als nächstes vor hatte und somit rannte er so schnell er konnte zurück in sein Zimmer.
Liebend gerne wäre er Aurel hinterher, aber leider war ihm dies jetzt nicht möglich. Seufzend blickte er in den Himmel. Erst in einigen Stunden würde die Sonne untergehen, solange musste er wohl oder übel in seinem Garten unter den Eichen bleiben. Es gäbe sicher noch Chancen den Kleinen zu sehen. Anscheinend war der Blonde auf SEINEM Schloss gastiert, sonst wäre er nie auf diesen Garten gestoßen. Es schien ein Geheimnis um diesen süßen Jungen zu geben, dass hatte er gleich gespürt, jedoch wusste er noch nicht was.
Das würde er aber noch früh genug erfahren...

2. Mitternachtsbesuch
Aurel hatte die Balkontür versperrt und stand nun davor, als fürchte er, dass der Fremde ihn verfolgt hätte. Immer noch außer Atem und leicht zitternd versuchte er sich wieder zu beruhigen.
„Ganz ruhig. War doch halb so schlimm. Es ist nichts Schlimmes passiert.“ Sacht berührte er seine Lippen und errötete wieder leicht.
>Mein erster Kuss. <, dachte er und ihm stieg noch mehr Hitze ins Gesicht. In 2 Tagen würde er 18 werden und immer noch...
Schnell verdrängte er diese Gedanken wieder. Was sollte er denn machen? Er war zu schüchtern um auch nur ein Mädchen ansprechen zu können und dann auch noch mit ihr schlafen?
Schon wieder lief er bei diesem Gedanken rot an. Irgendwie musste er sich jetzt ablenken.
Als ihm nichts anderes einfiel, nahm er das Tablett und machte sich auf dem Weg in die Küche, falls dieses Schloss so etwas besahs.
Mit Hilfe eines Angestellten fand es Aurel ziemlich schnell. Kurz bedankte er sich bei dem Koch und meinte noch, dass es köstlich war. Auf dem Weg zurück in sein Zimmer musste er unweigerlich an den Gemälden vorbei und sein Blick fiel wieder auf das Eine von heute Mittag.
Helle, fast schon weiße Haut, im Kontrast zu den schwarzen Haaren, die dem Mann auf die Schultern fielen. Sie leuchteten leicht violett auf. Solch schönes Haar hatte er bis lang nicht gesehen. Dessen Haut wirkte auch unnatürlich und viel zu hell, aber was wollte er eigentlich? So alt wie das Gemälde war, musste es aus dem Mittelalter stammen und damals waren alle Adligen so blas. Das leichte Lächeln des Schwarzhaarigen machte ihn noch schöner, als er eh schon war.
>Komisch. Er kommt mir ziemlich bekannt vor. Wenn ich bloß wüsste woher. <
Aurel hatte Schwierigkeiten den Namen unter dem Gemälde zu entziffern: „ Sir Remiel Ang...“, weiter kam er nicht, dazu war zu verwittert. Leicht mit den Achseln zuckend ging er weiter in sein Zimmer.
Es wurde langsam Abend wie Aurel feststellen musste. Die Sonne war schon fast untergegangen. Leicht seufzend ließ sich der Blonde ins weiche Bett fallen.
Ausgeschlafen war er nun, was sollte er jetzt machen? War doch etwas langweilig.
In zwei Tagen hatte er Geburtstag, in zwei Tagen erst war das Fest. Morgen würde er erstmal in die Stadt gehen und ein par Erinnerung an Rumänien kaufen und sich gleichzeitig die Gegend anschauen.
Was sollte er aber jetzt tun? 
Nach einzigen Möglichkeiten die ihm blieben, entschied er sich erstmal für ein schönes Bad und danach wollte er das Buch weiter lesen, dass er ebenfalls von seinem Großvater hatte.

Während Aurel endlich gemütlich im heißen Wasser sahs und sich entspannte, war die Sonne endgültig untergegangen und machte dem Mond platz.
Nun konnte sich der Schwarzhaarige auf den Weg in sein Schloss machen. Zu aller erst wollte er wissen wo sich der Blondschopf von vorher einquartiert hatte. Er musste auch nicht lange suchen. Der gewöhnliche Weg den er pflegte zu gehen führte ihn zu Aurels Zimmer.
Ihm war schon vorher aufgefallen, dass dort Licht brannte. Sonst waren dort nie Gäste untergebracht worden. Der Junge machte ihn immer neugieriger.
Ohne große Mühe, ließ er die Balkontür sich öffnen und trat in das Zimmer. Es war leer, anscheinend war der Kleine Unterwegs oder im Bad.
Solange der Kleine nicht hier war, konnte er sich in aller Ruhe umschauen und herausfinden wer denn der Junge war, der ihm so den Kopf verdreht hatte.
Lange musste er nun wirklich nicht suchen. Auf einem Stuhl hingen Aurels Hosen und darin dessen Portmonee samt Ausweis.
>Aurel, was für ein schöner Name. < So erfuhr der Schwarzhaarige auch gleich, dass Aurel aus Deutschland stammte und bald 18 wurde. >So alt hätte ich ihn nicht geschätzt. <
Lächelnd legte er die Sachen wieder an dessen Platz, als er plötzlich ein plätschern hören konnte.
Der Kleine war also im Bad, zu groß war die Neugierde Aurel nackt im Wasser sehen zu können. Und da die Badezimmertür nicht abgeschlossen war, hatte er auch keine Probleme sie etwas weiter zu öffnen, obwohl er auch keine Schwierigkeiten bei einer geschlossenen Tür hätte.
Aurel derweil war mit waschen fertig und stieg endgültig aus der großen Badewanne. Er schnappte sich eines der großen Handtücher, das extra im Regal lag und rubbelte sich trocken, als ihm jedoch etwas schwindelig wurde. Plötzlich hatte er das Gefühl etwas Bekanntes in seiner Nähe zu spüren, als stünde eine Person direkt neben ihm. Aurel drehte sich immer noch leicht wackelig auf den Beinen zur Tür um.
Sein Herz raste, als er seine Hand die Tür berührte, er all seinen Mut zusammen nahm und die Tür mit einem Ruck aufriss.
Verblüfft sah er in das Zimmer. Es hatte sich nichts verändert, das Gefühl einer weiteren Person im Raum war verschwunden und das Schwindelgefühl ebenfalls. Nun war er jedoch merkwürdig müde. Schnell ließ er das Wasser aus der Wanne, schlüpfte in einen Pyjama und schaltete das Licht aus, als er dann auch gleich in den weichen Kissen einschlief.

>Gute Nacht mein Engel. < Er war doch überrascht gewesen, als der Blonde auf solch merkwürdige Weise reagiert hatte. Der Schwarzhaarige konnte eine leichte, ganz kurze Veränderung in dem Kleinen spüren. Langsam kam ihm ein Verdacht: Der Junge war ganz und gar kein normaler Mensch, er musste einer von seinem Volk sein nur wusste Aurel es nur noch nicht. Nur zu gut, dass er ihm über den Weg gelaufen war, so schnell würde er den Kleinen nicht wieder gehen lassen.
Geräuschlos folgte er dem langen Gang zu seinen Gemächern, blieb aber doch vor einem der Bilder stehen.
Ein lächelnder Mann blickte ihm entgegen, sein Ebenbild, vor mehr als 500 Jahren gefertigt. Er musste es ja wissen, schließlich war er das Motiv gewesen.
Leicht das goldene Namenschild berührend, lächelte er, als die Buchstaben wieder ganz sichtbar waren.
Sir Remiel Angelrose’
Zufrieden ging er weiter in sein Zimmer zu seinen Lieblingen die nur darauf warteten, dass dessen Herrchen sie endlich mit nach Draußen nahm.

~){(*§*)}(~
Nach langem hin und her wälzen, wachte Aurel verschwitzt auf. Aus einem ihm unerfindlichen Grund gelang es ihm nicht ruhig zu schlafen. Nach weiteren sinnlosen Minuten, die er im Bett verbrachte, machte er die Nachtischlampe an und ging erstmal auf die Toilette.
Im selbem Moment war Remiel mit den beiden Schakalen, Shiroko und Haatef, wieder in seinem Garten und ließ die Beiden sich austoben. Er sah plötzlich Licht in Aurels Zimmer und beschloss dem Blonden einen kleinen Besuch abzustatten.
Ohne groß was zu machen öffnete er nochmals die Balkontür und schloss sie wieder hinter sich, damit die beiden Schakale nicht auf die Idee kamen ihm nachzukommen.
Aurel merkte überhaupt nicht, dass jemand im Zimmer war, als er wieder aus dem Bad kam. Erst als ein „Schlecht geschlafen?“ erklang zuckte er zusammen und blickte in Richtung des Balkons.
Die Hände immer noch auf den Türklinken der Balkontür, lächelte Remiel den Kleinen nur an. Die kleine Veränderung in Aurel war wieder verschwunden. Sein Verdacht bestätigte sich immer weiter. Das wahre Wesen Aurels schlief noch immer tief und fest in dem Jungen. Und anscheinend war er der Auslöser gewesen, der das Wesen am Schlafen hinderte oder korrekter ausgedrückt: Er war dafür verantwortlich gewesen, dass sich Aurels wahres ICH an den Ketten seines Gefängnisses zu schaffen machte. Egal wer Aurel das angetan hatte, Aurel selbst schien davon nichts zu wissen, sonst hätte er etwas anders auf Remiel reagiert.

Aurel wusste im ersten Augenblick gar nicht was er machen sollte. Wie angewurzelt stand er bloß da und schaute den Fremden entsetzt an. Erst nach einigen Augenblicken konnte er sich wieder etwas fassen.
„Was? Wie...wie sind sie hier herein gekommen?“ Gerade jetzt erst kam ihm wieder in den Sinn, dass er die Tür wie auch die Balkontür abgesperrt hatte.
Aurels Herz war auf Hochtouren. Vorhin war ihm schon jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen. Schon wieder überkam ihn ein seltsames Schwindelgefühl, aber diesmal nicht so stark wie vorher.
>Was ist bloß mit mir los? Was geht hier eigentlich ab? <
Remiel wusste ganz genau was los war. Letztendlich hatte er Recht gehabt. Aurel ahnte nicht einmal wer er war oder was er war.
Langsam kam er auf den Blonden zu. Während er weiter sprach um Aurel abzulenken, überlegte er wie er Aurels Vampirseele aus den Fesseln reißen konnte. Je näher er an Aurel kam, desto mehr versuchte es sich zu befreien leider nicht stark genug.
„Ich hab mir Sorgen gemacht, als ich das Licht sah und dachte ich frage ob alles in Ordnung ist.“
Aurel entging nicht, dass der Fremde immer näher kam. Das gefiel ihm gar nicht. Er rechnete schon mit dem Schlimmsten: Entführung. Oder ein Einbrecher, der ihn killen wollte. Vergewaltigung. Wenn er bis zur Tür kam, hatte er vielleicht noch eine Chance, oder auch nicht. Zur Sicherheit hatte er die Tür abgesperrt und der Schlüssel lag auf dem Nachttisch neben seinem Bett. Das Problem war nur, dass ihm der Schwarzhaarige den Weg versperrte.
Aurel war der Verzweiflung Nahe. Und dabei hatte sein Urlaub doch so schön angefangen. Das Schwindelgefühl nahm zu je näher ihm der Größere kam. Und WIE groß der Typ war! Mindestens 2 Köpfe größer, als er selbst. Vielleicht wirkte es nur so, weil er im Eigentlichen ziemlich klein für sein Alter war. In seiner Familie waren alle etwas klein geraten.
Während Aurel krampfhaft überlegte wie er entkommen könnte, spürte Remiel immer mehr die Präsenz des schlafenden Vampirs in dem Kleineren. Auch sah er, wie sich der Blonde sacht an den Kopf fasste und anfing mit sich selbst zu kämpfen.
Das Schwindelgefühl nahm immer mehr zu und ein unangenehmes Pochen in seinem Kopf gesellte sich dazu. Langsam wurde es unerträglich, weshalb er sich auch wimmernd hinkniete. Als er wieder aufsah, verschwamm alles um ihn herum und der Fremde war nur noch Schemenhaft zu erkennen. Schnell schloss er wieder seine Augen und zuckte nochmals unter dem pochenden Schmerz zusammen. Immer wieder schluchzte er. Der Schwarzhaarige interessierte ihn jetzt nicht mehr, es war ihm im Moment alles egal, Hauptsache das schmerzhafte Pochen hörte auf. Aurel konnte sich im besten Willen nicht erklären woher dieser Schmerz kam. Er hatte noch nie so schreckliche Schmerzen erleiden müssen. Was war bloß mit ihm los?
Ohne sich dessen bewusst zu sein wendete er sich an den Fremden. Bat ihn leise, fasst unverständlich, seine Quallen zu beenden.
Als er das leise Flüstern hörte, die Bitte des Jüngeren, kniete er sich zu dem Blonden und nahm ihn schützend in die Arme. Remiel wusste wie er es beenden konnte, aber dann würde der Kleine nie wieder ein normales Leben führen. Es wäre aber die einzige Möglichkeit. Der Vampir in Aurel spürte einen seiner Artgenossen. Remiel hatte ihn mit Absicht aus dessen Schlaf geholt und so schnell würde der Vampir nicht aufgeben. Auch wenn Remiel jetzt ginge, würde der Kleinere weiterhin diese Schmerzen haben, denn so schnell würde er nicht aufgeben. Nach Remiels Meinung musste diese Seele schon ziemlich lange schlafend in seinem Gefängnis verbracht haben und so schnell würde diese nicht freiwillig wieder einschlafen.
Er packte Aurel an den Schultern und zwang den Kleinen ihn anzusehen.
„Ich kann dir helfen die Schmerzen zu beenden, aber für dich wird es ein hoher Preis werden. Ich bin mir nicht ganz sicher ob du dann jemals wieder zurück zu deiner Familie gehen kannst. Verstehst du mich Aurel? Entscheide du.“
Beiläufig registrierte Aurel, dass der Fremde seinen Namen kannte und hörte auch deren andere Worte. Er zitterte leicht, konnte gerade noch so verhindern laut aufzuschreien und klammerte sich stattdessen Halt suchend an den Größeren. Unter scharfen Stichen, die seinen Körper durchzuckten, konnte er gerade noch so einige verzweifelte Worte herausbringen.
„Bitte...bitte hilf mir. Mach, dass...es auf...hört. Ich...es tut so weh.“ Immer wieder spürte er die zunehmenden Schmerzen, die sich jetzt langsam auch in seinem Herzen breit machte. Zuckte abermals zusammen und klammerte sich fester an den Fremden und wurde von diesem ebenfalls fester umarmt.
Bei den klagenden Worten des Kleineren hatte er etwas Mitleid mit ihm. Wenn er diesen Bastard jemals erwischte, der Aurel das angetan hatte, würde er ihn in Stücke reißen. Aber jetzt musste er sich erst um den Blonden kümmern. Mit größter Vorsicht nahm er Aurel auf seine Arme. Kurz überlegte er woher er das benötigte Blut holen sollte, ohne dass es auffiel, dann ließ er sich die Tür öffnen und ging den Flur lang, zu den Unterkünften des Personals.
Lautlos ließ er wieder die Tür aufgehen und trat ebenso lautlos ein. Genauso sanft wie er Aurel auf seine Arme genommen hatte, ließ er ihn auch auf einen Stuhl nieder.
„Hab noch etwas Geduld, gleich ist alles vorbei, mein Hübscher.“, flüsterte Remiel dem Jüngeren zärtlich ins Ort und küsste ihn auch liebevoll auf die Wange.
Aurel ließ es sich gefallen. Die Nähe des Größeren war irgendwie beruhigend gewesen und es tat ihm nicht mehr so weh, trotzdem zitterte er immer noch am ganzen Körper, genauso wie das Stechen und das Schwindelgefühl an hielt.
Seit sie aus Aurels Zimmer gegangen waren, war es stockfinster und nun fragte er sich wie der Fremde sich im Dunkeln so gut zurechtfand. Er verstand nicht warum sie jetzt in diesem Raum war. Das hier jemand im Zimmer schlief, sah Aurel nicht und wartete darauf, dass der Schwarzhaarige wieder zu ihm kam. Unglücklicherweise nahm der Schmerz wieder zu, woraufhin Aurel überrascht aufschrie, vor Überraschung und dem scharfem Stechen. Unter dem ganzen Schmerz konnte er schwach etwas fühlen. Erklären konnte er es sich nicht, aber irgendwie wusste er, dass hier noch jemand war.
Remiel litt mit dem Kleineren. Er spürte es, als ob er diese Schmerzen erleiden würde. Diese Schmerzen mussten sofort ein Ende nehmen und der immer noch schlafende Mann hatte leider das Pech es zu beenden.
Er ließ seine Krallen wachsen, packte den Mann an der Kehle und drückte ihm soweit die Luft ab, dass er nicht laut schreien konnte. Zwar war der Mann sofort aufgewacht und zappelte nun um sein Leben, aber Remiel war um einiges stärker. Er zog ihn vom Bett um ihn daraufhin Aurel vor die Füße zu werfen. Der Blonde war sofort erschrocken zurückgewichen. Ohne weiter groß zu überlegen riss Remiel dem Mann den Hals auf. Mit einer Hand hielt er den Mann vor Aurel, mit der Anderen streichelte er über die blonden Haare des Jüngeren und küsste ihn wieder sacht auf die Stirn.
Sacht hauchte er zu dem Kleineren: „Keine Angst Aurel. Ich bin bei dir. Wenn du willst, dass der Schmerz aufhört...dann trink.“
Mehr musste er nicht sagen. Der Blonde würde auch so verstehen, was er meinte. Und Aurel verstand auch sehr gut, nur geschah das Folgende ohne sein Zutun.
Erst zögernd kam er über den Mann und leckte sacht über die offene Wunde. Ihn überkam eine innere Gier, die es hieß zu löschen. Aurel konnte das herrliche Blut riechen, fühlte regelrecht, wie es durch den gesamten Körper floss und diese kurze Probe, ließ sein ganzes rationales Denken ausschalten. Er drückte seine Lippen auf die Wunde und konnte im nächsten Augenblick das köstlich warme Blut seine Kehle hinab fließen fühlen und die Schmerzen versiegten langsam. Schon bald spürte er nichts mehr, nur noch ein sachtes Pochen, das bald ganz verstummte. Vorsichtig ließ er wieder von dem Mann ab, nachdem er noch die letzten Tropfen von der Wunde leckte.
Wieder etwas ruhiger atmend, ließ sich Aurel nach hinten fallen, gegen die Lehne des Stuhles. Sein ganzer Körper, seine Seele atmeten erleichtert auf und entließen Aurel in einen tiefen Schlaf, an seiner Seite Remiel, der von nun an bei ihm bleiben würde. Über ihn wachen würde.
Sacht nahm er den Kleineren auf seine Arme, als er sicher gegangen war, dass dieser schlief. Gemeinsam gingen sie in seine Gemächer. Kurz rief er noch die beiden Schakale die sofort den Mann mit nach draußen zerrten und dort samt Knochen verschlangen. Gehorsam liefen sie dann gleich zu ihrem Herrn zurück und ließen sich vor dem Kamin nieder.
Remiel hatte währenddessen den Blonden in sein Bett gebracht und lächelte nur, als er die scharfen Krallen Aurels musterte. Der Jüngere hatte sich gleich in eines der Kissen gekrallt und ließ, durch die leicht geöffneten Lippen, kleine messerscharfe Zähne erahnen.
Nochmals kam Remiel über den Blonden und küsste ihn nochmals auf die Lippen.
„Schlaf schön, mein Engel.“

3.Aus dem Traum erwacht

~){(*§*)}(~

 Die restliche Nacht schlief Aurel tief und fest wie nie zuvor. Die ganze Zeit war Remiel in seiner Nähe und wachte über den Kleinen.
Der Tag brach an und die Sonne ging auf. Erst einige Minuten nach Sonnenuntergang schien Aurel langsam zu erwachen. Eigentlich würde er noch liebend gerne in diesem weichen Bett weiterschlafen, jedoch wurde er von einem leisen winselnden Geräusch geweckt. Dann hörte er das Knarren einer sich öffnenden Tür und schnelle, hundeartige Geräusche von Pfoten, die in aller Eile davoneilten. Nochmals knarrte die Tür und fiel ins Schloss, woraufhin Aurel sofort die Augen aufschlug und ins Gesicht des Schwarzhaarigen blickte. Schnell schloss er sie wieder. Nicht nur, weil es viel zu grell war.
>Ich träume immer noch. Einfach bis 10 zählen. < Vorsichtig wagte er es die Augen einen kleinen Spalt zu öffnen und sah immer noch die schönen saphirfarbenen Augen, die ihn liebevoll betrachteten.
Remiel war wirklich erleichtert gewesen, als der hübsche Junge aufwachte. Er hatte schon befürchtet falsch gehandelt zu haben, aber jetzt schien alles in Ordnung mit Aurel zu sein.
„Alles in Ordnung. Du bist hier sicher. Die Schmerzen kommen nicht mehr wieder und vor mir brauchst du keine Angst haben. Ich würde dir nie wehtun.“ Mit diesen Worten strich er wieder über die blonden Haare und gab Aurel einen sanften Kuss auf die Wange.
Dieser wollte erst aufspringen und fliehen, aber seltsamer Weise beruhigten ihn die Worte des Fremden und bei dem sanften Kuss ließ er sich wieder in die Kissen sinken. Aurel spürte, dass er nicht log. Sacht hob er seine Hand um den Schwarzhaarigen zu berühren.
Erschrocken hielt er inne, als er die Krallen sah.
Sofort nahm Remiel dessen kleine Hand in seine vergleichsweise Große. Der Preis, den Aurel zu zahlen hatte! Damit, dass Aurels Seele befreit wurde veränderte sich auch sein Körper.
„Aurel. Hör mir zu. Es ist nichts Schlimmes mit dir geschehen. Es muss für dich vielleicht seltsam klingen, aber das hier ist dein wahres Ich. Jemand war wohl der Meinung, dass ein Vampir gefährlich werden könnte und verschloss somit einen Teil deiner Seele tief in dir. Gestern Nacht hab ich sie befreit. Dein Körper, dein Charakter wird sich noch etwas verändern. Ich werde dir helfen mit den neuen Fähigkeiten zu Recht zu kommen. Solange du möchtest, werde ich bei dir sein. Vertrau mir.“
Mit einem liebevollen Lächeln, hob er Aurel etwas hoch und schloss ihn fest in die Arme. Der Blonde reagierte nicht, er versuchte immer noch das Gesagte zu verarbeiten. Das Ganze verwirrte ihn und er war dankbar für den Halt den er bekam.
>Nur ein Traum?< Trotz allem fühlte er sich, seit er die Augen geöffnet hatte, lebendiger und wacher denn jäh. Als ob man ihn aus einem ewig langem, traumlosen Schlaf geweckt hatte. Hier, bei dem Fremden, fühlte er sich wirklich sicher und geborgen.
Plötzlich kamen ihm die Worte des Größeren in den Sinn: ‚Womöglich kannst du nie wieder zurück zu deiner Familie.’ Sofort schob er den Fremden von sich.
„Hast du das Ernst gemeint?“ Wortlos blickte Remiel den Kleineren nur an, seufzte dann etwas wehmütig und stand dann auf, bevor er Aurel antwortete.
„Es wäre nicht sehr klug, Aurel. Du kannst mit deinen Kräften nicht umgehen und wenn sie erfahren, dass du ein Vampir bist und das die ganze Zeit schon warst...Stellt dir dann vor was dann passieren könnte. Und noch was: Egal wer den Bann über dich gesprochen hat, wenn derjenige erfährt das er gebrochen wurde, so wird er auf jeden Fall versuchen dich aus dem Weg zu räumen.“
Stille. Außer dem leisen Knistern des Feuers, herrschten totenstille. Remiel hatte sich vom Bett abgewandt, konnte zwar nicht Aurels Gesicht sehen, spürte aber dessen Blick. Trauer und Verzweiflung war in dem jungen Gesicht geschrieben. Vor kurzem hatte er noch gescherzt, als er meinte, hier würde er nichts vermissen. Seine Familie, seine Freunde hatte er vergessen mit einzubeziehen. Traurig senkte er den Blick, krallte sich in die Decke, versuchte nicht zu weinen.
„Warum...?“ Aurel wollte es wissen. Vieles wollte er wissen: Warum hatte man ihm das angetan? Warum musste er unbedingt hier her kommen? Wäre er zuhause geblieben und mit seinen Freunden gefeiert, hätte er niemals den Schwarzhaarigen getroffen. Und weshalb half ihm der Fremde? Er wusste doch nicht einmal wie der Typ hieß.
Aurel fing an zu zittern und erste Tränen flossen über seine Wangen. Er war so mit sich selbst beschäftigt, dass er erst einige Augenblicke später mitbekam, wie Remiel sich wieder zu ihm setzte. Wie zuvor strich er Aurel über die Wange und wischte die Tränen weg.
„Selbst ich weiß auf manche Fragen keine Antwort. Vielleicht war es Schicksal, dass wir uns begegnen. Oder auch purer Zufall. Aber eines kannst du mir glauben: Ich werde dich sicherlich niemals alleine lassen. Seit ich dich im Garten gesehen hab, bist du mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Je länger du in meiner Nähe bist, desto mehr möchte ich dich beschützen und dich nie wieder loslassen. Und meinen Namen kennst du übrigens schon. Erinnere dich an das Gemälde, dann weist du wie ich heiße.“
Aurel tat ihm leid. Er wusste wie es war, diejenigen zu verlieren, die einem so sehr ans Herz gewachsen sind.
Diesmal nahm er den Blondschopf nicht in die Arme, sondern hob dessen Kinn und gab ihm einen zärtlichen Kuss, mit dem Schwur die Wahrheit gesagt zu haben.
Den Kuss hatte Aurel nicht benötigt, er spürte auch so, dass es nur wahr sein konnte.

Gerade wollte Aurel etwas erwidern, als sich plötzlich sein Magen bemerkbar machte. Sofort wurde er rot und hielt sich den Bauch.
Remiel hatte aber nur laut aufgelacht, als er das Knurren hörte. Der Kleine hatte seit gestern nichts vernünftiges mehr bekommen. Rasch stand Remiel auf und ging zu dem noch leeren Tisch. Mit einer einzigen Handbewegung über den Tisch, erschienen auch schon eine Schüssel mit Obst, gebratenes Fleisch, Brot, Fisch, Salat, ein Krug und 2 Gläser.
Mit großen Augen sah Aurel auf den gedeckten Tisch und bekam den Mund nicht mehr zu.
„ Es ist angerichtet. Komm und lasse es dir schmecken.“ Mit einer übertriebenen Verneigung, setzte sich Remiel auch gleich an den Tisch und schenkte schon mal einen leichten Wein ein.
Lange bitten ließ sich Aurel auch nicht. Jedoch blieb er wieder stehen, als ihm etwas kühl wurde. An sich hinabblickend stellte er fest, dass er NACKT war. Ganz rot werdend, als Remiel lächelnd den nackten Jungen bewunderte, schnappte er sich blitzschnell die Decke wickelte sie fest um sich.
„Schade“, war das Einzige der Schwarzhaarige erwiderte, forderte Aurel dann auf sich zu ihm zu gesellen. Was er auch etwas zögernd tat, die Decke immer noch mit festem Griff haltend.
Alles sah einfach lecker aus. Genau das gleiche Brot, das er auch vorher bekommen hatte, nur leider musste er feststellen, dass die Marmelade fehlte.
Remiel hatte auch das bemerkte, ließ eine Glas mit Himbeermarmelade erscheinen und hielt diese vor Aurel.
„Guten Appetit.“ Der Jüngere war mehr als nur überrascht. Woher hatte er das gewusst?
„Ähmm...“ noch bevor Aurel aussprechen konnte was er dachte, bekam er schon die Antwort vom Schwarzhaarigen:
„Ich kann in deinen Gedanken lesen wie in einem offenen Buch. Das kannst du übrigens auch. So kannst du mir auch etwas sagen ohne zu sprechen.“
#Ich werde das nicht mehr machen. Deine Gedanken gehören dir und gehen keinen anderen etwas an[1] (1), richtig? #
Aurel war etwas überrascht, als erst kurze Zeit später merkte, dass Remiel die letzen Worte gar nicht laut ausgesprochen hatte.
„Wie...hast du das gemacht?“
#Ganz leicht. Du musst es nur wollen. Alles andere geschieht unbewusst. # Langsam beugte sich Remiel zu Aurel.  „Darf ich dich küssen?“
Wieder wurde der Kleinere rot und wich ein wenig zurück, blickte auf den Mund des Größeren und sagte nur: # Wenn du willst. # Merkte gar nicht, dass er es auf diese selbe Art wie Remiel tat. Wartete nur darauf dessen Lippen zu spüren.
Einen Arm legte Remiel hinter Aurel auf die Lehne und mit der Anderen Hand zog der den schüchternen Jungen ganz nah zu sich um ihn erst federleicht zu küssen. Sogleich kribbelte es leicht in Aurels Bauch und er schmiegte sich sofort näher zu dem Größeren.
Erst als Remiel merkte, wie der Jüngere die Hände auf seine Schultern legte, leckte er kurz mit der Zunge über Aurels geschlossene Lippen. Schon wieder schmeckte der Kleine nach Erdbeeren, obwohl er Himbeermarmelade gegessen hatte.
Zögernd öffnete Aurel seine Lippen und ließ Remiel gewähren. Dieser erkundete den fremden Mund erst vorsichtig, forderte sein Gegenüber dann zu einem Spiel auf. Während Aurel damit beschäftigt war dieses neue schöne Gefühl zu genießen, merkte er erst später wie Remiel seine Hand hauchzart über Aurels Hals wandern ließ und weiter über dessen Rücken. Gerade so konnte sich der Blonde ein Stöhnen verkneifen. Ihm war danach den warmen Körper Remiels zu berühren, ließ seine Hände über die breite Brust gleiten, schob leicht zitternd seine Hand in das offene Hemd und zog die Luft ein, als er spürte wie die Muskeln bei seiner Berührung kurz zuckten.
Bei dieser kleinen Berührung musste der Ältere schlucken und unterbrach den Kuss ganz. Schaute in Aurels Gesicht, in die geschlossenen Lippen, auf die leicht geröteten Wangen und diesen verführerischen Erdbeermund, nur auf Remiel wartend. Während er Aurel betrachtete blieben seine Hände nicht untätig. Seine Rechte, die bislang über Aurels Rücken koste, ließ er über den kleinen Körper wandern, bis er wie zufällig über die rosigen Knospen strich.
Das Gesicht des Blonden war einmalig. Ein stummer Laut, mehr brachte der Kleinere nicht hervor, seine Stimme gehorchte ihm nicht mehr. Immer wieder, wenn er die großen Hände spüren konnte, lief ihm ein Schauer über dem Rücken und er kam Remiel schon bald leicht entgegen. Dieser ließ nach einiger Zeit von den nun harten Brustwarzen ab und küsste den Kleineren heißhungrig.
Remiel wusste dass der Blonde noch nie von jemand anderem auf diese Weise berührt worden war. Er würde alles daran setzen ihm die schönsten Gefühle zu bescheren, auch wenn er Aurel jetzt mehr als alles andere wollte, mit ihm eins sein wollte.[2]
Während er ihn mit der Zunge neckte, wieder zu einem Spiel aufforderte, strich er mit der Hand tiefer, streichelte kurz über den kleinen Bauch und kam dann unter die Decke.
Aurel zuckte leicht zusammen und wimmerte auf, als die warme Hand über seine leichte Erregung strich. Nochmals strich Remiel drüber, umschloss ihn mit der Hand, berührte mit dem Daumen die Eichel um Aurel dann weiter mit leichten auf und ab Bewegungen zu erregen. Lange dauerte es nicht bis Aurels Erregung ganz verhärtete war und er sich mit seinen Krallen an Remiel nackte Haut festkrallte.
Den Größeren hatte das ganze nicht kalt gelassen. Es spürte das Hämmern des kleinen Herzen, hörte den Atem, der nur noch stoßweise aus dem Mund des Jüngeren zu hören war, roch mit seinen sensiblen Sinnen den starken Pheromongeruch und spürte die scharfen Krallen auf seiner Brust. Bald würde Aurel kommen, dass wusste er, so konnte er nicht mehr anders und biss in die schmale Schulter. Durch diesen Reiz war es nun ganz um Aurel geschehen und er kam mit einem leisen Aufschrei.
Es verging einige Zeit, in der Remiel dem Blonden sich etwas beruhigen lies. Und während Aurels Atem sich normalisierte, verarbeitete er das gerade Geschehene.
Remiel hatte ihn doch bloß um einen Kuss gebeten...und wozu kam es am Ende? Ein, ihm völlig fremder, Mann hatte ihn gerade nicht nur auf die schönste Weise berührt, sondern ihn auch noch zum Höhepunkt gebracht. Und als Gegenleistung...? Verlangte er was...?
Zögernd wagte Aurel den Größeren ins Gesicht zu blicken. Dieser hatte die ganze Zeit über die Hand dort gelassen wo sie war. Erst als der Jüngere wagte ihn anzublicken, zog er die Hand zurück und leckte die kleinen Spuren genießerisch ab, den Blick nicht von dem Kleineren lassend.
Aurel wagte nicht wegzuschauen. Dann drehte er doch den Kopf zu Seite. Wieder überkam ihm das Gefühl, endlich ganz wach zu sein, nicht mehr wie früher: Nur halbwach gelebt zu haben. Wohlbefinden gesellte sich dazu, auch wenn ihm die kleine Geste des Schwarzhaarigen unangenehm war. Und wie so oft, lief er wieder rot an.
Remiel hatte zwar versprochen nicht mehr dessen Gedanken zu lesen, aber seine Gefühle spürte er trotzdem.
Sanft, zwang er Aurel ihn anzuschauen und sprach mit einer mehr als nur liebevollen Stimme:
„Schäme dich nicht. Es bereitet mir Vergnügen dir Freude zu bereiten. Dein Gesicht ist unbezahlbar und das Schönste was du mir zurückgeben kannst. Das Gefühl endlich erwacht zu sein, hängt mit deiner Seele zusammen. Dein Körper ist nun mit deiner GANZEN Seele eins und im Einklang. Ich freue mich, dass es dir hier so gut gefällt.“ Sich wirklich für Aurel freuend, küsste er den Kleinen glücklich und zog ihn dann auf seinen Schoß.

Dass es den Älteren so glücklich machte, fühlte Aurel insgeheim und das beruhigte ihn wiederum.
Erschöpft lehnte er sich an Remiel breiten Oberkörper und schloss auch sogleich die Augen.
„Es ist, als wäre ich aus einem stillen und dunklen Traum erwacht, der für mich eigentlich nie hätte enden sollen. Auch wenn ich dafür sehr viel aufgebe und vieles zu lernen habe...fühle ich mich merkwürdig erleichtert.“
>Erwacht aus einem Albtraum. Erweckt durch meinen Retter mit schwarzen Schwingen. <, fügte er in Gedanken hinzu, wohl wissend, dass es der Ältere nicht hören würde.
Glücklich und erschöpft, schlief der kleine Erdbeerengel in den Armen seines Gottes ein.

Kapitel 4 : Rosenuntergang

Kommentar:
So, hier das nächste Kapitel.
Wie schon gesagt gehört mir die Storie wie auch die Charaktere.
Rechtschreib- und Grammatikfehler sind auch auf meinen Mist gewachsen und ich hab einige höchstwahrscheinlich übersehen.
Ich bitte um Kommentare.
Viel Spaß beim Lesen  ^__~

Stundenspäter wachte Aurel, durch ein sanftes Streicheln, als Erster auf. Leicht Schlaftrunken wusste er im ersten Moment nicht wo er sich eigentlich befand.  Jedoch kam es ihm wieder in den Sinn, als er die warme Hand auf seinem Rücken fühlen konnte.
Vorsichtig hob er den Kopf um seinen Gegenüber ins Gesicht sehen zu können. Remiel hatte ihn wohl ins Bett gebracht und war wohl selbst eingeschlafen.
Der Fremde hatte sein ganzes Leben in nur einer Nacht umgekrempelt. Er kannte den Blonden
doch nicht einmal und trotzdem ließ er ihn in dieser Lage nicht alleine.
>Aber was ist danach? Wenn ich nichts mehr von ihm lernen kann? <
Es stimmte den Kleineren traurig, wenn er daran dachte, dass er den Älteren irgendwann verlassen musste.
Zu seinen Eltern konnte/durfte er ja nicht zurück.
>Sie werden das Schlimmste denken, wenn ich nichts von mir hören lasse. <
Zwar durfte er sie nicht sehen, aber vielleicht durfte er ihnen einen Brief schreiben oder telefonieren um sie zu beruhigen. Etwas würde ihm sicherlich einfallen, ohne ihnen gleich zu sagen, dass er ein Vampir war oder eher schon immer einer war.
Es viel ihm schon schwer zu glauben, dass es Vampire geben sollte und er selbst einer war, aber seine Eltern würden ihn glatt für durchgeknallt halten und ihn gleich in eine Klapsmühle stecken.
Immer noch blickte er in das schöne Gesicht des Schlafenden. Ihm war dieser Mann absolut unverständlich. Aurel konnte nicht verstehen warum ihn dieser scheinbar mächtige Vampir aufgenommen hatte und sich so um ihn kümmerte.
Wieder musste er daran denken, was Remiel vor ein paar Stunden mit ihm getan hatte und lief wider rot an. Senkte den Kopf, weil er den Schlafenden jetzt einfach nicht ansehen konnte.
Durch diese kleine Bewegung, schlug Remiel die Augen auf. Geschlafen hatte er nicht, sondern sich nur an den Kleineren gekuschelt und leicht gedöst.
Leicht lächelnd, vergrub er seine Nase in den wunderschönen blonden Haaren des Jüngeren. Es erstaunte ihn, denn selbst dessen Haare rochen nach frischen Erdbeeren.
Mit dieser Feststellung drückte Remiel den Kleineren näher zu sich, begrüßte ihn mit einem liebevollen Kuss auf die Stirn und wünschte ihm einen guten Morgen, woraufhin Aurel tiefer errötete, ihm ebenfalls einen guten Morgen wünschte.
Laut auflachend, als er die roten Wangen sah, entließ er den Kleineren aus seiner Umarmung und stand mit einem Seufzer auf.
„Du hast doch sicherlich Hunger. Ich hab jedenfalls ‚Mordshunger’!“, grinste Remiel schelmisch zu Aurel. Leckte sich über die spitzen Zähne um zu verdeutlichen nach was es ihm wirklich gelüstete.
Als Aurel jedoch zusammenzuckte war ihm das Lachen vergangen. Anscheinend hatte ihn der Blondschopf vollkommen missverstanden. Mit einem wehmütigen Lächeln auf den Lippen, kam er wieder zu Aurel und strich ihm über die Wange.
„Hey...damit meinte ich nicht, dass Hunger auf dich habe. Es würde mir nie einfallen das Blut meiner Artgenossen zu trinken. Selten teilen wir unser Blut, aber nur durch die Erlaubnis des Gegenübers. Alles andere ist untersagt und demjenigen würde die schlimmste Strafe auferlegt werden.  Wenn ich von dir kosten möchte, werde ich dich zuerst fragen...wenn du aber nicht willst, musst du nicht.“
Aurel hatte das ganze mit Schweigen angehört und am Ende genickt. Trotz der Worte, fiel es ihm schwer dem Größeren zu glauben. Der Blick mit dem Remiel ihn vorher angeguckt hatte, bezeugte das Gegenteil vom Gesagten. Er kannte den Fremden doch überhaupt nicht. Der konnte ihm sonst was erzählen und noch was anderes meinen.
Enttäuscht seufzte Remiel, als er das Zittern bemerkte und die Gefühle des Kleineren mitbekam. Ihm blieb wohl nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu fassen und darauf zu warten, dass ihm Aurel vertraute.
Um ihm nicht noch mehr Angst zu machen, ging er zu der verschlossenen Balkontür und schob die schweren, weinroten Vorhänge bei Seite, lies endlich die wärmende Sonne in das Zimmer und auf sein Gesicht scheinen.
Mit großen Augen schaute Aurel zu, wie sich der Schwarzhaarige sonnte, sogleich kam ihm ein seltsamer Verdacht.
>Von wegen Vampir...Das alles war von vorn her rein geplant gewesen. < Panisch suchte er nach einer Fluchtmöglichkeit. Wenn er wieder lebend nach Hause kommen wollte, musste er sofort von hier weg.
Ohne groß zu überlegen, sprang er mit der dünnen Decke auf, riss eine der Flügeltüren auf und rannte ohne ein wirkliches Ziel den Gang lang, Hauptsache weg. Am Ende des Ganges nahm er eine lange, gespiegelte, Treppe, lief so schnell er konnte nach unten.
Nach langem hin und her irren, fand er sich nach einer weiteren Viertelstunde im Eingangsbereich des Schlosses wieder, erstaunt darüber wie er ohne auf den Weg zu achten hier her gefunden hatte. Zum Glück war niemand des Personals in seiner Nähe, er wollte auf keinen Fall so gesehen werden. Schnell lief er hoch in sein eigenes Zimmer, verschloss alle Fenster und Türen und ließ sich dann auf das Bett fallen.
Warum bloß hatte er nicht schon gestern gemerkt, dass es eine Falle war. Es gab doch überhaupt keine Vampire und dergleichen.
Aber was war dann in der Nacht wirklich passiert? Hatte er wirklich das Blut eines Menschen getrunken?
Weiter Zeit nachzudenken hatte er nicht, denn kurz bevor Aurel ins Zimmer gekommen war, befand sich der Schwarzhaarige schon in dem kleinen Zimmer des Jüngeren.
Dort erst nachdem sich Aurel aufs Bett gelegt hatte, machte er sich bemerkbar.
„Du weißt nicht sehr viel von Vampiren, nehme ich an. Diese dummen Legenden, die erzählen, dass Vampire Wesen der Nacht sind und den Tag fürchten. Das alles ist nur teilweise war.“ Geschmeidig ließ er sich auf den Sessel gegenüber dem Bett nieder.
Während der Schwarzhaarige sprach, war Aurel vollkommen überrascht hochgesprungen.
Alle Ein- und Ausgänge waren abgesperrt und trotzdem war der Fremde in dem großen Sessel und blickte den Kleineren interessiert an.
Längere Zeit geschah nichts, bis Remiel endlich aufstand, den halbnackten Jungen bei der Hand nehmend, betrat er den großen langen Flur. Willenlos ließ sich der Blonde zwar mitziehen, fasste sich nach kurzer Zeit aber wieder und versuchte sich  zu befreien. Abgrubt blieb Remiel stehen und drehte sich zu dem anderen um. Traurig blickte er in das makellose Gesicht  des Jüngeren und umfasste es mit beiden Händen.
„Was muss ich tun, damit du mir vertraust? Mir glaubst?“ /1.067

Immer wieder überkam Aurel das komische Gefühl, dass der Schwarzhaarige die Wahrheit sprach und trotzdem versuchte er es so gut wie möglich zu ignorieren. Belogen, benutzt zu werden aus welchen Gründen auch immer, war das Letzte was er wollte. Vertrauen in Fremde zu fassen gehörte zum Schwierigsten das man von ihm je verlangt hatte.
„Bring mich Heim! Ich will es von meinen Eltern hören.“ Die letztlich  einzigen Personen die immer ehrlich zu ihm waren.
‚Sie werden bestimmt nicht lügen’, versuchte sich der Jüngere einzureden.
Doch tief in sich begraben wusste er, dass alles anders kommen würde, als er es sich wünschen würden.
Immer noch von den Händen Remiels gehalten küssten er ihn, so war es wie ein stummes Einverständnis diese Bitte zu akzeptieren um diese unschuldige Wesen nicht zu verlieren.
„Sobald du deine Antworten hast, bitte ich dich wieder mit mir zu gehen.“  Zwar wollte Remiel einerseits den Jüngeren behüten und ihn nie mehr missen, zum Anderen  kam ihm ein anderer furchtbarer Gedanke, der ihn nicht wieder loslassen wollte. Wie lange nicht mehr überkam ihn eine tiefe Trauer, er ahnte schon wie das Treffen enden würde und zu gerne würde er es verhindern wollen. Was er nicht ahnte, war das Wissen Aurels um die Trauer...

~){(*§*)}(~

Milder Wind wehte durch die abendrot getränkten Rosen. Nicht mal die warmen Farben der untergehenden Sonne konnten den tiefen Kummer aus der sonst so bezaubernden Glückseligkeit des Schlosses bannen. Selbst die Vögel des Rosengartens stimmten Freudlose Klänge ein. Sogar die sterblichen Bewohner spürten eine seltene Niedergeschlagenheit wie seit langem nicht mehr.
Die Sonne ging Klagend am Horizont unter und sobald der helle Vollmond aufging jammerten die beiden Schakale in die Weite, Wölfe der Wälder erhörten ihr Flehen und gaben Antwort.
Der Tag war vergangen und Aurel hatte sich die ganze Zeit nicht getraut aus seinem Zimmer zu kommen, obwohl er liebend gerne zurück in den wärmenden Raum des Schwarzhaarigen wollte. Er wagte es nicht. Dazu hatte sich Remiel viel zu seltsam verhalten. Dessen deprimierende Stimmung hatte ihn sofort angesteckt, als sie noch auf dem Flur standen. Remiel hatte ihn ohne große Worte losgelassen und war gegangen, wohin auch immer.
~) Sei bereit, wenn die Nacht einbricht.(~
Aurel fragte sich wie der Kerl überhaupt mitten in der Nacht ein Fahrzeug beschaffen wollte, geschweige denn ein Flugzeug. 
Die Nacht war schon längst angebrochen und dennoch sahs er immer noch ganz alleine im Zimmer und starrte die Wand gegenüber an.
Wie merkwürdig die beiden letzten Tage doch waren. Gestern hatte er sich noch leicht gefühlt und ermuntert derzeit war wieder nur Leere in ihm, die einfach nicht gehen wollte.
Ohne eines Menschen Zutun ging die Balkontür auf, ein schwarzer und weiser Schakal betraten hintereinader auf leisen Pfoten den Raum.
Den Blonden überraschte es nicht, als die beiden anmutigen Tiere sich zu ihm setzten, der Weiße ihm die Schnauze auf die Oberschenkel legte und ihn bekümmert anblickte. Hätten die Beiden sprechen können, würden sie sicher fragen was ihn bedrückte. Obschon es so schien, als wüssten sie was los war, es ihnen jemand schon erzählt hätte.

Kurzen Zeitpunkt später betrat ein schwarzhaariger Mann in weiß den Raum – Remiel!
Dem Kleineren kam es vor, als wäre ihm ein Engel erschienen. Ein sehr traurig dreinblickender Cherub.
„ Wir können gehen.“ Augenblicklich standen die Schakale auf und gesellten sich zu ihrem Herrn, blieben jedoch kurz vor diesem stehen und knurrten ihn an. Etwas überrascht sah der Blonde erst die Tiere an, dann blickte er in das ausdrucklose Gesicht des Schneeweißgekleideten. Schließlich drohte der Große mit wutentbrannten Augen, worauf die die Beiden wirklich zusammenzuckten, tonlos und gemächlich den Raum verließen.
Remiel beruhigte sich wieder und blickte den Jüngern etwas traurig an um dann doch zu Aurel zu gehen und mit leiser Stimme zu sagte: „ Aber vorerst möchte ich wissen ob du mir wirklich sosehr misstraust.“ 
Nervös wich Aurel zurück und suchte verwirrt seine Augen. Dieser Blick sagte alles, zu sehr erinnerte er an die letzte Nacht. Warm spürte der Blonde dessen Atem über sein Gesicht geistern als er sich näher zu ihm beugte, sein Mund nur noch wenige Millimeter von Aurels Lippen entfernt.


[1] Erinnert mich an ein Lied, dass in meiner ehemaligen Schule im Klassenraum stand: Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen. Es Bleibet dabei: Die Gedanken sind frei. ^__^ ’ (Ich kann es nicht mehr hören. *flenn* Ein Trauma auf Immer *heul* )

[2]Gott ist das kitschig *augenroll* Einmal und nie wieder