Ein eiskalter Hauch wehte durch die verlassene Straße. Einzelne Papierfetzen, die vorher in einem eleganten Aktenkoffer lagen, wurden durch den starken Windstoß durcheinander gewirbelt und verstreuten sich somit auf der ganzen Straße.
Während einige Blätter hoch in den Himmel geweht wurden, blieben einige unmittelbar neben dem Koffer liegen und wurden sofort in ein tiefes rot gefärbt.
Aus einer Ecke wagte sich eine tigergestreifte Katze die neugierig zum Koffer ging. Sie zuckte zusammen, als ein weiterer Windstoß weitere Blätter aufwehte. Nachdem sich die fliegenden Blätter wieder beruhigt hatten, näherte sie sich weiter dem Koffer. Doch bevor sie ihn erreichen konnte, tappte sie mit ihren zarten Pfötchen in eine klebrige Flüssigkeit, in der sich schon die Papierstücke verfärbt hatten.
Mit panschnassen roten Pfötchen ging sie zu etwas was sie noch mehr interessierte.
Die klebrige Flüssigkeit führte nämlich einige Schritte vom Koffer weg und endete schließlich unter einem großen schwarzen Mantel unter dem sich scheinbar noch etwas befand.
Neugierig schnupperte die Katze an dem Mantel  und fand schließlich eine Öffnung unter der sich ein blutverschmiertes Gesicht befand.
Die Katze streckte vorsichtig die Nase aus, doch als sie näher kommende Sirenen hörte, schlüpfte sie schnell durch ein Loch und verschwand in der Dunkelheit, bevor das Scheinwerferlicht eines Polizeiautos sie hätten sehen können...

1.Kapitel
Schatten am Ende des Lichts

~ § ~


Schritte näherten sich dem Zimmer. Kurze Zeit später klopfte es auch schon an der Tür. Ein etwas älterer Mann erlaubte dem Klopfenden einzutreten.
Der ältere Mann blieb wie selbstverständlich im Sessel sitzen und lauschte weiter entspannt der sanften Musik.
Ein junger Mann im schwarzen Anzug blieb, mit einem großen Abstand, hinter dem alten Mann stehen.
Vorsichtig rückte er noch mal die Krawatte zurecht. Mit einer kleinen eleganten Bewegung strich er sich ein paar Strähnen aus dem schönen Gesicht, das durch die grünen Augen noch mehr zu strahlen schien.
„Sir“, begann Felio.
„Wir haben soeben die Nachricht bekommen, dass Mr. Morain tot in einer Straße in der Stadt gefunden wurde. Man vermutet, dass er ausgeraubt wurde, weiß aber noch nicht, was er in diesem schäbigen Teil der Stadt zu suchen hatte.“
Nachdem der junge Mann beendet hatte, blieb es immer noch still. Die sanfte Musik verlieh der Situation noch mehr stärke.
Noch immer blieb der alte Mann stumm in seinem Sessel sitzen. Als er jedoch merkte, dass der junge Mann nicht gehen würde, bevor er ihm eine Antwort gab, hob er nur kurz die Hand und lies bedeuten, dass Felio gehen sollte.
Mit einem knappen ‚Sehr wohl’, verließ er leise das Zimmer.
Der alte Mann hatte nicht gemerkt, wie der Junge gegangen war. Er dachte im Moment nur an Mr. Morain und musste lächeln um sein Wissen, dass dies garantiert kein Überfall war.
... er saß verängstigt zusammen gesungen in der Ecke des obersten Stocks des Treppenhauses eines verlassenen Hauses. Hier würde ihn niemand suchen und keiner finden. Jedenfalls nicht seine Peiniger. Was sollte er jetzt nur machen? Er hatte solch große Angst, dass er sich nicht einmal mehr traute aufzuschauen geschweige denn aufzustehen....
3 Tage später wurde Mr. Morain beerdigt und es stand überall in den Zeitungen. Er hatte keinen Erben und nun stellte sich die Frage wer dessen millionenschwere Firma übernehmen solle. Nur ein Einziger stand für diesen Posten zur Verfügung. Niemand anderes als Mr. Gregor Sellay, Besitzer der Dregons Kooperation.
Felio der in seinen Diensten stand, musste sämtliche Termine, Pressekonferenzen und Versammlungen organisieren. Aus diesem Grund war er die meiste Zeit im Büro.
Gerade schrieb er geistesabwesend am Computer und wurde erst wieder aus seinen Gedanken gerissen, als ihn ein größerer Mann mit seinem Namen ansprach.
„Ja, das bin ich. Was kann ich für sie tun?“
Die Mimik des Mannes ihm gegenüber blieb unberührt und er zückte nur eine schwarze Brieftasche aus seiner Manteltasche, klappte diese auf und zeigte Felio seine Polizeimarke.
„Mein Name ist Agent Sedrig Matthews vom C.I.A. Ich untersuche den Mord an Mr. Morain. Es wäre nett von ihnen, wenn sie mich begleiten würden. Am Besten kommt ihr Chef gleich nach.“
Felio hatte in der Firma schon öfters Polizeibesuch bekommen und blieb wie immer gelassen.
Nach dem Anruf bei Mr. Sellay ging Felio ohne jeglichen Widerstand mit Matthews mit.
In dem Moment, als Felio ins Auto stieg merkte keiner von Beiden, dass sie jemand weit oben auf einen der vielen Hochhausdächer beobachtete.

...er hörte Schritte. Nicht vom Eingang unten, sie kamen von der verschlossenen Dachtür. Vielleicht bildete er sich das nur ein? Das Dach war abgesperrt. Niemand konnte durch die verriegelte Tür kommen. Er fasste all seinen Mut zusammen und hob den Kopf zur Tür, als kurze Zeit später von der anderen Seite geklopft wurde und eine tiefe unverständliche Stimme versuchte ihm etwas mitzuteilen...
 

~§~


Das Verhör war beendet! Er hatte mit Beiden gesprochen und Beide hatten nicht die Möglichkeit gehabt Mr. Morain zu ermorden. Er wusste auch nicht warum er die Beiden sprechen wollte. Vielleicht nur um sicher zu stellen, dass sie es nicht waren. Er wusste aber selbst, das niemand der normalen Verdächtigten so ein Verbrechen begehen haben könnte.
Als er die Leiche zum ersten Mal sah, hätte er sich beinahe übergeben. Es war ein schrecklicher Anblick gewesen und so was zu tun, hätte er diesen reichen Lackaffen nicht zumuten können. Nein, sie waren es garantiert nicht. Das stand auf jeden Fall fest. Der Täter den er suchte musste einer der Gefährlichsten sein, seit es Verbrechen gab auch wenn er bislang nur ein einziges Opfer genommen hatte, andere würden bestimmt folgen. Seine Aufgabe war ihn zu schnappen, bevor dies eintraf. Und er würde ihn garantiert schnappen, dass stand für ihn fest.
 
~§~

...er bekam Panik, war aber zu erschöpft und hatte viel zu wenig Kraft im Körper um aufzustehen und die Treppen runter zu stürmen. Stattdessen saß er da und starrte gebannt auf die Türklinke, die langsam gedreht wurde und die Tür tatsächlich einen Spalt aufging. Durch den Tränen, die er die letzten Stunden vergossen hatte konnte er die Person nur erahnen, die sich auf ihn zu bewegte, aber sie musste gigantisch sein. Ihm schien alles wie in einem schlechten Traum aus dem er gleich aufwachen würde, der kein Traum war. Die Person musste auf jeden Fall ein Mann mit viel Kraft gewesen sein, so brutal er ihn zu Boden warf. Er glaubte zu sehen und zu hören wie die Person mit ihm sprach, den Gedanken verwarf er sogleich da er nur merkte wie ihm der Mann fest in den Nacken biss und er wie schon sooft nur betäubenden Schmerz spürte...


Matthews Aufgabe war jetzt Beweise zu sammeln. Das Ganze war kein Unfall gewesen was die noch randvolle Brieftasche des Firmenchefs bewies. Jemand musste mit Absicht Mr. Morain in diesen verdreckten Stadtteil bestellt haben um ihn dort zu ermorden.
Ihm gingen weitere Gedanken durch den Kopf, als er am Tatort stumm in der Gegend rumschaute. Sein Blick ging flüchtig von einer Seite der Straße zur Sackgasse wo der Ermordete gefunden wurde.
Matthews lies sich noch mal durch den Kopf gehen wie der Mann wahrscheinlich sterben musste.
Mr. Morain ist wie bestellt in diese Straße gekommen und wurde von der Person überrascht. Die Person sagte ihm, dass es besser wäre in einen stilleren Ort zu gehen. Mr. Morain folgte ihm bereitwillig da er sich nichts dabei dachte.
Als Mr. Morain um die Ecke bog, merkte er wohl, dass sie sich in einer Sackgasse befanden. Sofort drehte er sich um und fragte was das sollte. Noch bevor er sich bewusst wurde was geschah erwürgte man Mr. Morain um ihn darauf hin brutal die Kehle aufzuschlitzen und verbluten zu lassen. Der Täter hatte sich nicht die Mühe gemacht, den Toten verschwinden zu lassen. Anscheinend wollte er sogar, dass man die Leiche findet. Der Mörder muss ziemlich selbstsicher sein. Vielleicht war das sogar ein Vorteil für ihn oder es war ihm überhaupt nicht möglich den Mann verschwinden zu lassen. Wer würde sich auch freiwillig bereitstellen eine Leiche im Keller zu haben?
Jedenfalls hatte der Mörder gute Arbeit geleistet. Keine Fingerabdrücke, keine Mordwaffe, nicht der kleinste Beweis, dass es einen Mörder je gegeben hat. Ein weiterer Beweis dafür, dass Mr. Morain nicht einfach so überfallen wurde.
Egal wer dieser Mörder war, dessen Beweggründe diesen Mann zu ermorden waren  Matthews egal er wollte nur so schnell wie möglich diesen Irren schnappen, bevor noch andere zu schaden kamen.
Er merkte, dass immer mehr Schaulustige sich versammelten. Darunter auch ein Kamerateam. Wahrscheinlich waren die Reporter von der Tageszeitung auch nicht weit.
Trotz der Absperrungen hatten die Polizisten Probleme die Schaulustigen zum Abstandhalten zu bewegen.
Aus einer offenen Lücke kam ein jüngerer Mann in Polizeiuniform auf Matthews zugerannt.
Nach seinem Gesicht zu urteilen war etwas vorgefallen.
„Agent Matthews! Uns wurde gerade mitgeteilt, dass ein Toter in einem verlassenen Haus im Nordviertel der Stadt von Passanten gefunden wurde. Der Inspektor meinte sie sollten der Erste am Ort sein.“
Ohne auch nur darauf zu achten, ob der Mann ihm noch etwas erzählen würde, lief Matthews an ihm vorbei direkt zu seinem Wagen.
‚Das darf doch nicht war sein’, dachte er sich.
‚Der Mörder hat hoffentlich nicht schon wieder zugeschlagen!’
Er dachte nicht weiter nach, stieg in seinen Wagen und gab Vollgas, obwohl er nicht ganz wusste wo genau der weitere Tote lag. In seiner Eile bemerkte er nicht, wie ihm unauffällig jemand verfolgte.

~§~

...er hatte schon längst aufgehört zu kämpfen. Eigentlich hatte er von Anfang an nicht einmal versucht sich zu wehren. Warum auch? Der Mann über ihm war viel zu stark. Was könnte schon so ein schwaches Kind wie er es war ausrichten können.  Er war nichts weiter, als ein kleiner schwacher verängstigter Junge. Er schrie nicht, weil er hoffte jemand würde ihn hören und retten; es waren nichts weiter, als gequälte Schmerzensschreie die seine endlose Qual nur minimal linderten...

~§~

Am Tatort angekommen eilte Matthews sogleich in das Haus. Im Inneren war alles still und dunkel. Die kleinen Fenster gaben nur wenig Licht, sodass er eine Taschenlampe benutzen musste.
Als er den Raum betrat wurde ihm schlecht. Er hatte schon ziemlich viel gesehen, aber das alles hatte ihn darauf nicht vorbereitet:
Der ganze Raum war rot. Mit Blut vollgespritzt. An der Fensterscheibe des einzigen Fensters lief Blut herunter und tropfte in eine Pfütze unter dem Fenster. Ansonsten war der Raum leer. Er blieb regungslos am Türrahmen stehen. Plötzlich zuckte er jedoch zusammen, als ihm etwas kaltes in den Nacken tropfte. Erschrocken drehte er sich heftig um und war schon dabei seine Waffe zu ziehen, blieb jedoch stocksteif stehen, als er die Leiche fand.
Der Tote hing mit einem Dolch im Hals über der Tür. Seine Hände waren mit zwei weiteren Dolchen durchbohrt damit der träge Körper dort hängen blieb wo er war.
Übelkeit stieg in ihm auf, als er merkte, dass er einen Bluttropfen des Toten abbekommen hatte.
Immer noch von dem schrecklichen Anblick benommen, merkte er nicht wie zwei Personen in das Haus geschlichen sind. Erst als die Beiden aufkeuchten, als sie den Raum betraten, erwachte auch Matthews aus seiner Trans.

„Um Gottes Willen!“ Vollkommen perplex schaute sich die Frau im Raum um, während der Mann mit der Kamera alles aufnahm.
„Sie haben hier nix zu suchen. RAUS!“, befahl Matthews böse. Als die Beiden jedoch nicht reagierten wurde er langsam wütend.
„ICH SAGTE: RAUS“, schrie er die Beiden an, vorauf die Frau zusammenzuckte sich dann aber doch zusammenriss.
„Ich nehme an, sie sind der leitende Beamte in diesem Fall. Wenn ich mich vorstellen darf: Cindy Newman von News24. Ich bin hier um die Menschen auf  dem Laufenden zu halten. Wie wollen sie vorgehen um den Mörder von Mr. Morain zu fangen?“
Während die Frau die ganze Zeit sprach, filmte der Mann interessiert den Toten, als er plötzlich einen weiteren Dolch unterhalb des Bauches fand.
 „ Haben sie das schon gesehen?“, fragte der Mann und zeigte auf den blutverschmierten Dolch.
Natürlich hatte Matthews schon die Dolche bemerkt, die in der Leiche steckten.
‚Anscheinend hatte der Mörder genügend Vorräte von Dolchen’, dachte er als Erstes. Nach dem Schnittmustern der Dolche zu urteilen, waren diese ziemlich alt und höchstwahrscheinlich keine billigen Imitate sondern Handgearbeitete Einzelstücke.
Matthews kam näher und sah, dass am Dolch ein Zettel befestigt war.
Er bat den Mann ihn hochzuheben, was nicht sehr schwer war. Matthews war trotz seiner Größe von 1,85 m ziemlich leicht.
Vorsichtig zog er den Dolch aus dem toten Körper. Und nahm den Zettel an sich. Er wusste kurz nicht, was er mit dem Dolch machen sollte. Ihn als Beweis mitnehmen oder vielleicht doch lieber wieder in den Toten bohren?
Er verwarf den letzten Gedanken und ließ sich von dem Mann wieder auf den Boden setzen lassen.
Vorsichtig nahm er sich den Zettel vor. Er erschrak, als er die mit dünner Schrift geschriebenen Nachricht lass:

Am 4. Sonntag des Monates April werde ich Elfas, den falschen Künstler, zum Schweigen bringen
Solange es Menschen gibt die hassen und eifersüchtig sind, solange werde ich wieder kommen um im Auftrag Ihrer zu töten.

Meine Ehrerbietung,Vârcolac
 

~§~
...er konnte sich nicht mehr bewegen. Er wollte sich nicht mehr bewegen. Am Liebsten wäre er auf der Stelle gestorben, doch anscheinend wollte man ihm diesen Segen nicht schenken. Warum er?, das hatte er sich so viele Male schon gefragt. Er wollte nicht schwach sein. Er wollte diese finsteren Grimassen nicht mehr sehn. Warum nur er?, fragte er sich wieder und immer wieder.
So lag er nun da. Ließ das Blut seinen schmalen Schenkeln runter tropfen. Gewährte seinen Tränen sein Gesicht runterlaufen. Starrte mit seelenlosen Augen ins Nichts.
Zuckte zusammen, als ihm das Blut von den Schenkeln geleckt wurde. ‚Nein nicht schon wieder. Bitte lieber Gott, wenn es dich gibt dann lass mich sterben!’.......

Als er das erste Mal die Botschaft las, konnte er nichts damit anfangen. Die Sprache auf denen die ersten Zeilen geschrieben waren, war ihm nicht geläufig.
Doch es dauerte nicht lange, bis es die Spezialisten herausfanden.
Es sollte eine Warnung sein, die auf einem alten Latein geschrieben wurde.
Jedoch war nicht die Nachricht, die ihm so obszön vorkam.
Es war eher der Name den der Mörder sich einfallen ließ. Vârcolac! Man hatte nachgeforscht und herausbekommen, dass er Name aus Rumänien stammt. Dort wurde einst angenommen, dass der Werwolf, Vârcolac, der böseste und stärkste Dämon sei, der die Sonne und den Mond angreifen und verschlingen konnte. Die „Vârcolacs“ waren nicht nur eine einzige Person sondern Dämonen die zu einer bestimmten Klasse gehörten, bekannt als die Himmelbestien, weil sie die Sonne und den Mond vertilgen und in roten Vollmondnächten erwachten und in dieser besonderen Nacht ihre Wandlungen zu höheren Wesen vollziehen.

Er fasste es einfach nicht. Der Mörder hatte allen ernstes eine Warnung an sein nächstes Opfer geschrieben.
‚Aber dieses mal wird es kein Opfer geben!’, dachte Matthews.
Er würde ihn schnappen. Dieser übermütige und perverse Mensch war viel zu selbstsicher. Er hatte einen Fehler begangen:
Er hatte sich mit Matthews und somit mit der ganzen C.I.A. zu tun.
Er würde ihnen nicht entkommen.
Matthews sah den Irren schon hinter Gitterstäben mit tausenden Ketten am Leib.
Er lächelte seelisch.
Aller war sorgfältig geplant worden. Das ganze Haus wurde von ihnen bewacht. Nicht mal eine Fliege würde da rauskommen, geschweige denn hinein.
Alles war bereit für den Auftritt des Mörders.
‚Komm schon und zeig mir was du kannst, Vârcolac!’

~§~

...er schauderte. Der Mann über ihm leckte ihm immer noch das Blut von seinen Lenden.
Wie sehr er sich wünschte stark zu sein; nie mehr weinen zu müssen; nie mehr diesen unerträglichen Schmerz zu spüren...
„Ich kann dir geben wonach es dich sosehr verlangt!“...

Matthews hörte die Glocken schlagen. Es hatte schon etwas mystisches. Er war kurz davor dieses Ungeheuer zu stellen.
Still zählte er die letzten Schläge mit, genau wie seine Kollegen sahen alle stumm ins Leere.
... *Dong*...
‚10’
...*Dong* ...
‚11’
...ein letzter Schlag...
„12! Mitternacht!“, flüsterte Matthews in die Stille hinein.
Noch immer halte ihm der Glockenschlag in den Ohren.
„Komm und zeig dich, Vârcolac.“
 

~§~

...er zwang sich seine Augen wieder mit Leben zu füllen. Was hatte der Mann gerade gesagt?
„Du hast mich richtig verstanden. Ich kann dir geben wonach du verlangst. Komm mit mir und ich werde dich stark machen. Werde dafür sorgen, dass du nie mehr weinen musst, dass du nie mehr Qualen erleidest. Doch dafür verlange ich etwas von dir.“
Der Mann streckte dem Jungen die Hand entgegen.
Sollte er sie entgegen nehmen? Sich ihm anvertrauen? Ihm vertrauen? Dabei hatte ihn dieser gerade die selben Qualen bereitet wie alle anderen.
Ohne auf seine innere Stimme zu hören, die ihm sagte, dass er falsch handelte nahm er die ihm dargebotene Hand dankend entgegen.
Der Mann lächelte ihn mit einem dunklen Grinsen an.
„Du kannst mich Prisolces*
2 nennen“
 Mit einem Ruck wurde er in die Höhe gerissen.
Er hatte sich entschieden! Kein Zurück, keine Erinnerungen an die ihm zugefügten Schmerzen. Er vergaß. Ließ sich in die Höhe ziehen und vergaß...



*2Pricolces

[Pricolices (Prikolitsch)]entspricht einem Geist. Aber eine besondere Bedeutung des Namens ist “lebender Vampir” oder untoter Vampir, der die Form eines Wolfes oder Hundes annimmt, der nachts bellt oder heult.